Du siehst mich!

"Du siehst mich" - das Kirchentagsmotto wirkt nach, so Jugendreferentin Melina Böhmer.

„Du siehst mich“, so lautete das Motto des evangelischen Kirchentags in Berlin und Wittenberg, das mir dank meines Festivalbändchens täglich mehrfach ins Auge springt. Das Armband ist orange, hat zwei Augen aufgedruckt und groß prangt darauf „Du siehst mich“. Es erinnert mich immer wieder an die Eindrücke und Erlebnisse, an einzelne Veranstaltungen, an Begegnungen und an die tolle Gemeinschaft. Doch es bedeutet mir inzwischen noch viel mehr. Dieser Satz, der im 1. Buch Mose (16,13) zu finden ist, hat schon ursprünglich eine tiefere Bedeutung, als wenn man jemanden beim Versteckspiel findet und „hab dich“ ruft.

Hagar, die Magd von Sara, Abrahams Frau, ist schwanger von Abraham. Sara wollte das zwar so - sie konnte Abraham zu diesem Zeitpunkt kein Kind schenken (später bekam sie doch noch einen Sohn, aber das ist eine andere Geschichte) - jedoch kommt es zu Zickereien zwischen den beiden Frauen. Sara ist eifersüchtig. Wie sollte es auch anders sein? Jedenfalls macht Sara Hagar so fertig, dass diese flieht. Hagar ist einsam und mutlos, ihr ist Unrecht geschehen und sie weiß nicht, wohin. In diesem Moment begegnet ihr Gott - in Gestalt eines Engels. Der versteht sie. Der steht ihr bei. Der macht ihr Mut. Ihr „Du siehst mich“ ist also fast überrascht, aber auch voll Dankbarkeit. Sie ist erleichtert, verstanden zu werden. Und das, ohne dass sie sich erklären muss. Gott sieht sie. Sie fasst neuen Mut und geht zurück.

„Ich sehe dich“- im Film „Avatar“ ist das die Begrüßung der Na’Vi, den Ureinwohnern des Planeten Pandora. Bei uns heißt es oft „Hi, wie geht’s?“, und ehe man antwortet, ist derjenige schon wieder fast um die Ecke gebogen. „Na, alles gut bei dir?“, wie oft ist das unser halbherziger Einstieg in den Smalltalk.

Du siehst mich.“ Es lächelt mich wieder an von meinem Handgelenk. „Ich sehe dich“, wie schön wäre es, könnten wir uns etwas mehr auf unser Gegenüber konzentrieren. Wenn wir uns wirklich darauf einlassen würden. Denn oft kann man ja schon erkennen, ob derjenige traurig, fröhlich oder gerade gestresst ist. Stell dir vor, du  würdest, wie die Na’Vi auf Pandora mal nicht „Hi, wie geht’s?“ rufen, sondern kurz innehalten und sagen „Ich sehe dich“. Das würde bedeuten „ich nehme dich wahr“,„du bist mir wichtig“, so wie der Engel es Hagar klargemacht hat. Bei ihr war es sicher ein gutes Gefühl. Und dank meines Armbandes werde ich immer daran erinnert, dass Gott auch mich sieht.

In diesem Sinne: wir sehen uns!

Diakonin Melina Böhmer

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