Viele fleißige Hände seit 120 Jahren

Als Frauenverein wurde 1897 die heutige Frauenhilfe-Süd der Ev. Kirchengemeinde Königsborn gegründet. Vor 120 Jahren unterstützten die Frauen vorwiegend die beiden Diakonissen, die im Schwesternhaus der Gemeinde (dem heutigen Taubenschlag) arbeiteten und wohnten. Sie besuchten Familien, die Hilfe benötigten, versorgten Kinder, deren Mütter krank waren oder halfen nach der Geburt eines Kindes. Mit dem Zuwachs der Gemeinde in den 1950er Jahren wurde auch eine Aufteilung der Frauenhilfe sinnvoll. Nördlich der Bahnlinie wurden das Wichernhaus und das Pfarrhaus an der Gabelsberger Straße gebaut und Pfarrer Schunke nahm seinen Dienst in der Christuskirche auf. Die Frauenhilfe teilte sich jetzt in eine Süd- und Nord-Gruppe auf. Die Frauenhilfestunden wurden nun von Pfarrer Schunke und seiner Frau gestaltet, in den 1970er Jahren übernahm das Pfarrer-Ehepaar Lampe die Leitung.

1975 wählte die Frauenhilfe zum ersten Mal einen Vorstand. Während die Pfarrer/-in mit Andachten und biblischen Texten weiterhin die Nachmittage der Frauen begleiteten, entstanden viele Projekte und Arbeitskreise. Einmal im Jahr fand ein Basar statt, deren Erlös dem Wichernhaus zu Gute kam. Die Frauen nähten, strickten und häkelten für den guten Zweck. Aber es wurde auch für soziale Einrichtungen (z.B.: Brot für die Welt, Frauenhäuser, Bethel) gespendet. Auch die Partnergemeinde in Tansania wurde finanziell unterstützt und bekam zum Beispiel 150 DM für den Kauf von Nähmaschinen. „Viele fleißige Hände haben geholfen, dass alles so gut gelungen ist“, beschreibt Friedhilde Steinhoff das Engagement der Frauen. Sie hat die Frauenhilfe-Süd über 20 Jahre als Vorsitzende (ca. 1970-1990) geleitet und sich mit der Entstehungsgeschichte der Frauenhilfe auseinandergesetzt. Mit einem kleinen Vortrag auf der Jahreshauptversammlung begeisterte sie die Mitgliederinnen.

Im zweiten Halbjahresprogramm der Frauenhilfe-Süd soll es zum 120. Geburtstag auch eine Feierstunde geben, wie Leiterin Martina Beckmann mitteilt. Sie ist stolz auf die gut funktionierende Frauengruppe, die sich alle 14 Tage im Gemeindezentrum „Brücke“ trifft. Rund 30 Frauen kommen hier regelmäßig zu bestimmten Themen zusammen, engagieren sich aktiv und pflegen die Ökumene. „Zu den katholischen Frauen haben wir einen guten Kontakt, nicht nur zum Weltgebetstag“, erzählt Beckmann. So wird es am 22. März auch ein ökumenisches Frühlingsfest zum Reformationsjubiläum geben. Die Frauen treffen sich dann von 15 bis 17 Uhr im Forum Herz-Jesu an der Gabelsberger Straße 2.

Die Frauenhilfe: seit 120 Jahren ein fester Bestandteil der Gemeinde und immer noch aktiv!