Zusammenarbeit in der Region - Superintendent Dr. Schneider

Erstellt am 24.05.2021

Superintendent Dr. Karsten Schneider wendet sich an die Gemeinden in Unna

Liebe Gemeindeglieder in Unna,

wir leben im Moment in einer Zeit großer Umbrüche, auch in der Kirche. Besonders deutlich wird das an der Entwicklung der Pfarrstellensituation. Auch in der Region Unna mit den Gemeinden Hemmerde-Lünern, Königsborn, Massen und Unna sind in letzter Zeit Pfarrstellen vakant geworden, die nicht alle wieder besetzt werden können – zunächst vor allem aus finanziellen Gründen, dann aber auch aufgrund fehlenden theologischen Nachwuchses.

Dort, wo eine Wiederbesetzung möglich ist, wird durch ein noch recht neues Projekt der Landeskirche die Chance eröffnet, gleich wieder zwei neue Mitarbeitende mit ins Boot zu holen. Das könnte dann realisiert werden, wenn diese Pfarrstelle nur zu einem Teil mit einem Theologen oder einer Theologin besetzt wird und der verbleibende Stellenanteil einer Diakonin oder einem Diakon oder einer Gemeindepädagogin oder einem Gemeindepädagogen zur Verfügung gestellt wird. Die Gemeinde Unna wird diesen Weg gehen, um durch den Einbezug weiterer Berufsgruppen noch vielfältiger zu werden.

Die Diskussion darüber ist aber eingebunden in den Prozess der Regionalisierung, der durch solch eine Entscheidung natürlich auch mitgeprägt wird. Hier geht es um eine Zusammenarbeit der vier Gemeinden der Region primär bei den sogenannten pastoralen Tätigkeiten, langfristig gesehen aber auch darüber hinaus. Das Gespräch über eine solche Zusammenarbeit ist dringend nötig, da die Gemeinden aufgrund der Entwicklungen der letzten Zeit sehr unterschiedlich von den Personalkapazitäten her besetzt sind bzw. sein werden. Hier sollte ein Ausgleich hergestellt werden.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, stärker regional zu denken: Bei einer immer größer werdenden Anzahl von zu versorgenden Gemeindegliedern werden es Pfarrer:innen in Zukunft nicht mehr leisten können, die gesamte Palette kirchlicher Arbeitsfelder überall in gleichem Maße anzubieten. Würden alle dazu gezwungen sein, alle Arbeitsfelder jeweils für sich allein zu bearbeiten, von den Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Beisetzungen über Besuche, Seelsorge, soziale Projekte, Betreuung von Gruppen, Konfi- und Jugendarbeit bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung, wäre schnell der Punkt erreicht, wo das alles gar nicht mehr für eine einzelne Person wirklich leistbar wäre.

So muss geschaut werden, wie man sich gegenseitig unterstützen kann, wie man Aufgaben auch über Gemeindegrenzen hinaus bündeln kann und ob es nicht Kolleg:innen gibt, die sich an der ein oder anderen Stelle besonders gut einbringen können, die dafür dann aber in einem anderen Arbeitsbereich entlastet werden müssen. Wir fragen dabei: Wo können wir Arbeit/Projekte/Veranstaltungen sinnvoll konzentrieren und wo müssen sie aber auch eng vor Ort angebunden bleiben? Durch Bündelung kann im Idealfall die Attraktivität kirchlicher Angebote gesteigert werden. Es entstehen sogenannte Synergie-Effekte, nämlich, dass mit mehr oder weniger demselben Aufwand an Arbeitskraft viel mehr bewegt wird. Und so kommt es zu einer „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten. Anders gesagt: Zusammen erreichen wir viel mehr als es allein der Fall sein würde. Aber wir müssen uns gut abstimmen!

Das Ziel, das uns leitet, ist: Mit in Zukunft weniger haupt- oder nebenamtlich Beschäftigten eine ebenso lebendige Gemeindearbeit wie bisher zu gewährleisten! Damit wir weiterhin das Evangelium gut predigen, Nächstenliebe wirklich wirkmächtig und nachhaltig umsetzen und kirchliche Gemeinschaft sinnstiftend und eindrücklich leben können, ist eine solche Veränderung unserer Arbeitsweisen und somit eine regionale Zusammenarbeit m.E. unverzichtbar. Wir wollen uns so als eine Kirche aufstellen, die nachhaltig und zukunftsfähig ist – obwohl wir natürlich darum wissen, dass wir letztlich auf den Segen Gottes angewiesen bleiben. Aber lassen Sie uns diesen Weg zuversichtlich gehen – in dem Vertrauen, dass unser guter Gott uns auch hierbei leitet.

Ihr Superintendent
Dr. Karsten Schneider

Gemeindebüro

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